10 Tipps gegen Aufschieberitis

Wieso zögern wir?
Weshalb schieben wir manche Dinge auf die lange Bank?
Warum vermeiden wir es manchmal etwas zu tun, obwohl wir doch wissen, dass wir längst anfangen sollten?

Prokrastination – das Aufschieben von Aufgaben – entsteht durch unsere Gefühle. Ist eine Aufgabe angenehm? Wenn nicht – wenn wir etwas unterschwellig als unangenehm bewerten, entsteht ein negatives Gefühl. Wenn wir uns dann selbst auch noch unter Druck setzen, dass wir die Aufgabe tun müssen, wird das unangenehme Gefühl immer stärker. Aus einer Mücke kann so ein Elefant entstehen. Je mehr wir eine Aufgabe ablehnen, umso mehr versuchen wir, die Aufgabe zu vermeiden und desto wahrscheinlicher ist es, dass wir sie hinauszögern.

 

Merkmale von Aufschieberitis-Aufgaben

Aufgaben, die wir vor uns herschieben, haben mehrere gemeinsame Charakteristika. Typische Merkmale von Aufschieberitis-Aufgaben, sind folgende:

Aufschiebe-Aufgaben sind:

  • langweilig
  • frustrierend
  • schwierig
  • haben fehlende persönliche Bedeutung und intrinsische Belohnungen
  • mehrdeutig (man weiß nicht, wie man das macht)
  • wirken unstrukturiert
  • erscheinen sinnlos
  • haben fehlenden Endtermin
  • haben kein Commitment gegenüber anderen

Je mehr negative Gefühle wir einer Aufgabe gegenüber hegen, desto wahrscheinlicher ist es, dass wir sie aufschieben. Die Summe mehrerer negativer Attribute macht es also umso schwieriger, die Sache in Angriff zu nehmen.

Wohlfühlen statt Handeln

Hinzu kommt, dass wir oft lieber kurzfristig unsere Stimmung anheben wollen. Schnell besser drauf zu sein, hat Priorität. Wir wollen raus aus der negativen Stimmung, um uns besser zu fühlen. Also verschieben wir die unangenehme Aufgabe wieder auf einen anderen Tag. Und schon fühlen wir uns etwas besser – wenn nur das schlechte Gewissen nicht wäre!

 

10 Tipps gegen Prokrastination

Leider gibt es keine Wunderformel gegen das Aufschieben. Doch die gute Nachricht: Es gibt wirksame Strategien, um mehr zu schaffen und weniger aufzuschieben.

1. Die Eigenschaften einer Aufgabe herausfinden und sie ändern

Aufgeschobene Aufgaben basieren in der Regel auf einer Kombination von Eigenschaften wie langweilig, frustrierend, schwierig, sinnlos, mehrdeutig und unstrukturiert.

Finden Sie heraus, welche dieser Eigenschaften es genau ist, die sie an einer Aufgabe unangenehm finden. Wie? Schreiben Sie Ihre Gedanken einfach auf ein Blatt Papier. Schreiben Sie schonungslos ehrlich auf, was Sie an der Aufgabe nicht leiden können. Diese Erkenntnis ist bereits sehr wertvoll. Im zweiten Schritt können Sie diese Merkmale annehmen und sie abändern, mit dem Ziel, dass die Aufgabe für Sie attraktiver wird.

Langweilig? Starten Sie eine Challenge!

Suchen Sie sich zum Beispiel eine Aufgabe aus, die langweilig und frustrierend ist. Ihr innerer Dialog lautet wahrscheinlich: „Das ist dermaßen langweilig und absolut frustrierend!“ Machen Sie jetzt eine kleine Challenge daraus: Wie können Sie die Aufgabe interessanter machen? Überlegen Sie sich beispielsweise: „Wie viele dieser langweiligen Aufgaben kann ich in 20 Minuten erledigen?“ So entsteht eine Challenge – und das macht die Sache plötzlich interessanter und weniger langweilig und frustrierend.

Schwierig? Machen Sie konkrete Aufgaben daraus!

Wie können Sie Ihre Aufgaben weniger schwierig, bedeutungslos, mehrdeutig und unstrukturiert machen? Machen Sie Aufgaben leichter anpackbar. Überlegen Sie, welche Schritte die Aufgabe im Einzelnen beinhaltet und schreiben Sie diese kleineren Aufgaben auf Ihre Liste. Beispielsweise ist die Aufgabe „Website erstellen“ viel zu groß und unstrukturiert. Welche Schritte beinhaltet dies? Nehmen wir an, um eine Website zu erstellen, brauchen Sie folgende Einzelaufgaben: Recherche, Namen festlegen, Domain anmelden, Template auswählen, Template einrichten, Struktur festlegen, Content erstellen, Grafik… und schon haben Sie kleinere Einzelaufgaben, die gut machbar abzuarbeiten sind.

Analysieren Sie die Merkmale!

Beim nächsten Mal, wenn Sie sich selbst beim Aufschieben ertappen, verwenden Sie Ihr Aufschieben als Auslöser, um die Merkmale der Aufgabe zu reflektieren. Schreiben Sie die Gründe einfach mal auf. Überleben Sie, wie Sie diese Sache wirklich ehrlich bewerten. Ist die Aufgabe langweilig? Unstrukturiert? Oder schwierig? Dann entscheiden Sie, wie sie anders damit umgehen können.

 

2. Verstehen Sie die Art und Weise, wie Ihr Gehirn auf „kognitive Dissonanz“ reagiert.

Wann immer Sie erkennen, dass Sie etwas tun sollten, es aber nicht machen (Psychologen nennen diese Trennung zwischen Handlungen und Überzeugungen „kognitive Dissonanz“), können Sie auf eine von mehreren Arten reagieren, um sich besser zu fühlen.

Typische unproduktive Tätigkeiten, die Menschen ausführen, wenn sie prokrastinieren:

  1. Sich ablenken lassen und über andere Dinge nachdenken.
  2. Vergessen, was sie zu tun haben, entweder aktiv oder passiv (meist bei unwichtigen Aufgaben).
  3. Die Bedeutung dessen, was zu tun ist, herunterspielen.
  4. Sich selbst bestätigen, d.h. sich auf andere Werte und Qualitäten konzentrieren, die das Selbstbewusstsein festigen werden.
  5. Die Verantwortung ablehnen, sich von dem distanzieren, was man zu tun hat.
  6. Suche nach neuen Informationen, die das Aufschieben unterstützen (z. B. sich zu sagen, dass Sie im Internet noch Informationen suchen müssen, bevor Sie beginnen).

Die bestmögliche Reaktion auf kognitive Dissonanz, ist Ihr Verhalten zu ändern und einfach anzufangen. Doch das ist oft viel einfacher gesagt als getan.

Merken Sie, wodurch Sie etwas aufschieben?

Um gegen dieses Verhalten gegenzusteuern, ist es erstmal wichtig, zu bemerken, dass Sie gerade prokrastinieren. Der zweite Schritt ist echte Selbsterkenntnis. Schreiben Sie auf, was Sie sagen oder tun, um Ihr Aufschieben zu rechtfertigen. Analysieren Sie, welche Ausreden Sie verwenden. Wenn Sie hier klar sind, können Sie auf Ihr Verhalten anders reagieren.

 

3. Begrenzen Sie den Zeitaufwand.

Eine wirkungsvolle Taktik ist es, die Zeit, die man für etwas aufwendet zu begrenzen. Sagen Sie sich: „Ich arbeite jetzt an dem Angebot und habe zwanzig Minuten Zeit dafür. Mehr nicht.“ Und so machen Sie es: Nehmen Sie sich zwanzig Minuten Zeit. Stellen Sie einen Timer. Und nutzen Sie die Zeit optimal. Und: Tun Sie es.

Die Zeit für eine Aufgabe zu begrenzen, macht die Aufgabe unterhaltsamer, strukturierter, weniger frustrierend und schwierig. Warum? Das Ende ist immer in Sicht!

Diese Methode hat auch enorme Produktivitätsvorteile. Wenn Sie eine Zeitbegrenzung setzen und genau festlegen, wie viel Zeit Sie mit etwas verbringen, anstatt mehr Zeit auf das Problem zu verwenden, zwingen Sie sich selbst, mehr Energie in weniger Zeit in die Sache hineinzustecken. Das wird Sie viel produktiver machen.


4. Seien Sie nett zu sich selbst.

Haben Sie schon einmal Ihre Gedanken während des Aufschiebens beobachtet? Völlig unbewusst schleichen sich negative Selbstgespräche ein: „Das kann ich nicht… Das wird ja doch nichts… Das ist doch nicht so wichtig…“

Doch diese Gedanken sind vollkommen kontraproduktiv.

Wir haben am Tag 200.000 Gedanken. Tatsächlich sind 80 % der Gedanken, die uns durch den Kopf gehen, negativ. Achten Sie mal darauf, wie Sie mit sich sprechen, wenn Sie gerade etwas vor sich herschieben.

Beginnen Sie damit, sich selbst zu motivieren. Loben Sie sich, wenn Sie etwas gut geschafft haben. Auch wenn es sich zunächst seltsam anfühlt, sagen Sie sich positive Worte. Wenn Sie zum Beispiel eine Mail bearbeitet haben, sagen Sie sich: „Super! Du hast es geschafft! Du hast diese E-Mail beantwortet!“

 

5. Fangen Sie einfach an!

Menschen schätzen in der Regel die Motivation als zu hoch ein, die notwendig ist, um etwas zu tun. Denn tatsächlich brauchen wir nur genügend Motivation, um loszulegen.

Ein Beispiel:

Wenn Sie im Fitnessstudio trainieren wollen, müssen Sie nicht motiviert sein, um eine ganze Stunde durchzuziehen. Es reicht, wenn Sie für die ersten 10 Minuten motiviert sind, die Sie benötigen, um Ihre Sportsachen zu packen und zum Fitnessstudio zu fahren. Sobald Sie im Sportstudio angekommen sind, werden Sie immer trainieren.

Um Ihren Keller aufzuräumen, müssen Sie nicht den ganzen Nachmittag lang motiviert sein; Sie müssen nur für die fünf Minuten motiviert sein, die Sie brauchen, um von dem, was Sie jetzt tun, auf den Anfang zu wechseln.

Um in einem kalten Pool schwimmen zu gehen, müssen Sie nicht für Ihr gesamtes Schwimmen motiviert sein; Sie müssen nur für die ersten 30 Sekunden motiviert sein, in denen Sie ins Wasser steigen und beginnen zu schwimmen.

Der wichtigste Tipp lautet daher: Legen Sie einfach los! Sobald wir mit einer Aufgabe beginnen, ist sie selten so schlimm, wie wir denken. In dem Moment, in dem Sie mit etwas beginnen, ändern sich Ihre „Zuschreibungen der Aufgabe“ und das, was Sie über sich selbst denken.

Achtung:

Typische Gedanken beim Aufschieben sind Aussagen wie:

  • „Heute habe ich keine Lust. Ich warte auf morgen, denn dann werde ich mich mehr danach fühlen“,
  • „Ich arbeite besser unter Druck“,
  • „Es bleibt noch viel Zeit“,
  • „Ich kann das heute Abend in ein paar Stunden schnell machen“.

Jeder dieser Gedanken ist ein klares Signal dafür, das wir unnötigerweise etwas aufschieben. Nehmen Sie diese Sätze als Marker – und reagieren Sie darauf, indem Sie dennoch einfach anfangen mit der Aufgabe.

 

6. Kosten der Aufschieberitis auflisten

Die Kosten für das Aufschieben können extrem sein. Denn wenn wir unsere Ziele aufschieben – verschieben wir damit unser Leben.

Aufschieben ist eine gefühlsmäßige Reaktion auf etwas, das Sie zu tun haben. Deshalb ist es gut, mit dem rationalen Teil Ihres Gehirns zu definieren, wie hoch die Kosten des Prokrastinierens sind. Das hilft, aus dem feststeckenden Zustand (stuck state) herauszukommen.

Erstellen Sie eine Liste der Aufgaben, die Sie aufschieben. Beobachten Sie zu jeder dieser Aufgaben oder Ziele, wie sich Ihr Aufschieben auswirkt. Wie wirkt es sich aus auf andere Bereiche wie Ihr Glück, Stress, Gesundheit, Finanzen und Ihre Beziehungen?

Vielleicht möchten Sie das mit einer Vertrauensperson oder einem Menschen in Ihrem Leben besprechen, der Sie gut kennt. Sie werden wahrscheinlich überrascht sein, was Sie das Aufschieben in Ihrem Leben insgesamt kostet.

7. Freunden Sie sich mit Ihrem Zukunfts-Ich an

Wir können nicht gut voraussagen, wie wir uns in der Zukunft fühlen werden. Häufig sind wir übermäßig optimistisch – und wenn es dann so weit ist, bricht unser Optimismus zusammen. Wird unsere Stimmung schlecht, knicken wir ein, um uns schnell wieder wohl zu fühlen. Wir prokrastinieren.

Forschungen haben gezeigt, dass wir die Tendenz haben, unsere Zukunfts-Ich wie eine völlig fremde Person zu behandeln. Deshalb halsen wir dem Zukunfts-Ich gnadenlos die gleiche Art von Last auf, die wir einem Fremden zumuten würden.

Die Lösung dafür? Freunden Sie sich besser mit Ihrem Zukunfts-Ich an:

  1. Schaffen Sie eine zukünftige Erinnerung. Stellen Sie sich vor, wie sie in Zukunft über dieses Projekt denken werden. Das ist sehr einfach  – zum Beispiel, wenn Sie überlegen, ob Sie einen Bericht heute oder nächste Woche schreiben wollen, stellen Sie sich Ihre zukünftige Erinnerung vor. Überlegen Sie sich, was Sie alles nächste Woche erledigen können, wenn Sie den Bericht jetzt starten.
  2. Stellen Sie sich Ihr zukünftiges Ich vor. Es erhöht die Zukunftskontinuität, sich seine eigenes Ich in der Zukunft vorzustellen. Je lebendiger sich Ihre spätere Version in der Zukunft anfühlt, desto besser.
  3. Schicken Sie eine E-Mail an Ihr zukünftiges Selbst. Mit http://www.brief-in-die-zukunft.de/ können Sie sich zu einem von Ihnen festgelegten Datum in der Zukunft eine E-Mail schicken. Das ist eine großartige Möglichkeit, die Lücke zwischen Ihrem gegenwärtigen und zukünftigen Ich zu schließen, indem Sie Ihrem zukünftigen Selbst sagen, wie Ihre gegenwärtigen Handlungen Ihr zukünftiges Ich besser machen.


8. Internet ausschalten, wenn Sie etwas erledigen müssen.

Studien zeigen es: Mehr als 47 % der Zeit, die Menschen online verbringen, dient dem Aufschieben.

Auf der einen Seite machen uns unsere Computer produktiv. Auf der anderen Seite sind unsere besten Werkzeuge auch unsere größten Zeitverschwender.

Um unsere Ziele tatsächlich zu erreichen, müssen wir uns von potenziellen Ablenkungen wie Social-Networking-Tools trennen. Das bedeutet: Facebook, LinkedIn, E-Mail auf dem Computer oder Smartphone beim Arbeiten auszuschalten. Schalten Sie sämtliche Benachrichtigungen aus und legen Sie Zeiten fest, wann Sie E-Mails abrufen oder Facebook anschauen.

Klingt hart? Wenn Sie das Aufschieben tatsächlich verringern wollen, ist das der Weg.

 

9. Definieren Sie Umsetzungsschritte

Aufgaben, die nicht klar definiert sind, sind mehrdeutig und oft unstrukturiert, was die Wahrscheinlichkeit, dass Sie mit ihnen zögern, deutlich erhöht. Wie oben gesagt, ist beispielsweise die Absicht „Ich mache eine Website“ viel zu unstrukturiert und zu groß, um erfolgreich voranzugehen. Was hilft? Definieren Sie machbare Umsetzungsschritte für eine große Aufgabe.

Gestalten Sie Ihre Aufgaben möglichst konkret. Denken Sie darüber nach, wann, wo und wie Sie sie durchführen werden. Listen Sie auf, wie genau Sie die Aufgaben umsetzen wollen – Schritt für Schritt.

Was dann passiert: Es wird klar, ob wir uns mit einer Absicht zu einem Ziel selbst belügen, indem wir die Aufgabe als zu groß definieren. „Ja, ich werde die Website-Texte am Wochenende schreiben“. Nicht klar ist, welche Seiten hier betextet werden sollen. So ist sowohl der Zeitrahmen als auch die Aufgabe zu weit gefasst.

Von allgemeinen Zielabsichten zu den spezifischen Umsetzungsschritten überzugehen, ist eine kognitive Technik. Sie durchdenken ein Projekt und legen fest: „Was soll ich wann machen?“  Diese Vorentscheidung ist wirklich wichtig, um anschließend die einzelnen Schritte in Ihre To-Do-Liste übertragen zu können und die Machbarkeit realistisch zu gestalten.

 

10. Verstehen Sie Prokrastination als ein Zeichen dafür, dass Sie sinnvollere Arbeit suchen sollten

Sinnvolle Aufgaben, die an sich lohnend sind, also intrinsisch motivieren, schieben wir seltener auf. Deshalb empfiehlt es sich, die Arbeit zu überprüfen, wenn Sie bemerken, dass Sie vieles aufschieben.

Prokrastination kann ein Symptom dafür sein, dass Ihr Leben nicht mit dem übereinstimmt, was Sie interessiert. Sie verschieben Dinge, weil Sie keine intrinsische Motivation in diesen Zielen sehen. Deshalb sollten Sie vielleicht etwas anderes tun.

In jedem Job gibt es Aufgaben, die wir unangenehm finden. Falls Sie sich aber ständig beim Aufschieben ertappen, weil Ihre Arbeit Sie nervt, ist es Zeit umzudenken. Es gibt dann sicher andere Jobs, die mehr auf Ihre Leidenschaften ausgerichtet sind. Bei solchen Tätigkeiten sind Sie von allein viel motivierter und produktiver.

 

Möchten Sie etwas an Ihrem Zeit- und Selbstmanagement verbessern?
Schieben Sie das Gespräch nicht auf. Rufen Sie mich einfach an: 0162 2363738

Das Kennenlerngespräch ist kostenlos.

Woran Sie erkennen, dass Sie Nein sagen sollten

Haben Sie schon einmal Ja zu einer Aufgabe gesagt und sich insgeheim hinterher geärgert, dass Sie zugesagt haben? Oder haben Sie es schon einmal eine Zusatzaufgabe angenommen und die Umsetzung der Aufgabe dann ewig vor sich hergeschoben? Die Fähigkeit Nein zu sagen, ist nicht nur für ein gutes Zeit- und Selbstmanagement wichtig, sondern auch für die eigene Zufriedenheit im Beruf und im Leben.

Haben Sie dazu schon mal Ja gesagt?

Ob im Beruf die scheinbar kleine Extra-Aufgabe erledigt werden soll „mal eben schnell bei Herrn Müller anzurufen“ – was dann doch nicht nur 5 Minuten dauert, sondern eine halbe Stunde, weil der Ansprechpartner mehrmals nicht erreichbar ist und doch viel mehr zu klären ist als angenommen – oder ob wir im privaten Umfeld die Bitte einen Kuchen für ein Sommerfest zu backen nicht abschlagen können, und dann eine Nachtschicht in der Küche am Backofen einlegen müssen… Jeder kennt es:  Wir sagen schnell Ja – und können oft nicht wirklich abschätzen, wie lange eine Aufgabe dauert und was wirklich auf uns zukommt, wenn wir sie annehmen.

Warum ein Ja Ihren Erfolg verhindert

Wenn Sie allerdings zu den Menschen gehören, denen Erfolg wichtig ist oder die bereits sehr eingespannt sind und viele Bälle in der Luft halten, dann wissen Sie, dass Sie nicht erfolgreich sein können, wenn Sie nicht in der Lage sind, an bestimmten Stellen Nein zu sagen – und dass Prioritäten das A und O für ein gutes Zeitmanagement sind. Es ist Fakt: Jeder Mensch, der erfolgreich sein will, muss zu gewissen Aufgaben, Pflichten, Angeboten und Anfragen, die an ihn herangetragen werden, Nein sagen. Denn klar ist: Mit manchen Tätigkeiten verschwenden Sie Zeit und Energie, wenn Sie keine Grenzen setzen. Wenn Sie solche Dinge dennoch tun, nutzen Sie Ihre wertvolle Zeit nicht optimal. Sagen Sie deshalb nicht Ja zu Tätigkeiten, hinter denen Sie nicht wirklich stehen.

Eine Entscheidungshilfe

Welche Dinge wirklich wichtig für Sie sind, können nur Sie selbst entscheiden. Doch gibt es eine generelle Regel, die für alle Menschen gilt, selbst wenn wir noch so unterschiedlich sind und individuelle Ziele verfolgen. Die Regel lautet: Zukunftsdenken täuscht. Je weiter entfernt in der Zukunft die Aufgabe liegt, desto eher sagen wir Ja.

Zukunftsdenken täuscht

Stellen Sie sich vor, jemand bittet Sie um einen Gefallen. Jemand fragt Sie, ob Sie eine zusätzliche Aufgabe übernehmen wollen. Zum Beispiel fragt Sie Ihr Chef, ob Sie im Juli eine Präsentation halten wollen. Sofort springt unser menschliches Gehirn an und bewertet die Umstände. Allerdings bewertet unser Gehirn die Fakten in einer speziellen Art und Weise: Je weiter entfernt in der Zukunft die Aufgabe liegt, desto eher sagen wir Ja.

In Zukunft haben wir mehr Zeit

Prüfen Sie es doch einfach mal mit einem eigenen Gedankenspiel nach. Denken Sie an eine Sache, nach der Sie vor einiger Zeit gefragt wurden und bei der Sie Ja gesagt haben. Der Trick des Gehirns besteht darin, dass wir denken, dass wir in Zukunft viel mehr Zeit haben werden. Deshalb denken wir beispielsweise, dass wir zu einem späteren Zeitpunkt im Jahr, beispielsweise im Juli, jede Menge Zeit haben werden. Und daraus folgern wir, dass wir im Juli diese neue Sache doch super schaffen könnten!

Wir denken über die Zukunft:

  • Mein Juli-Ich wird jede Menge Zeit haben.
  • Mein Juli-Ich wird wenig beschäftigt sein.
  • Mein Juli-Ich kann das wirklich auf sich nehmen und wird es locker schaffen.

Prüfen Sie die Wirklichkeit

Doch wie sieht die Situation in Wirklichkeit aus? Mit Sicherheit anders als Sie heute denken. Ihr Juli-Ich wird genauso viel zu tun haben, wie Sie bis heute schon immer zu tun hatten. Doch nun werden Sie im nächsten Juli auch noch diese zusätzliche Verpflichtung zu erledigen haben, die Sie noch on top auf sich genommen haben. Und zu der Sie offensichtlich nur mit mäßigem Enthusiasmus Ja gesagt haben.

Fragen Sie sich stattdessen:

  • Will ich das morgen tun?
  • Würde ich das gerne gleich morgen machen?

Vielleicht regt sich sofort Ihr Widerstand und Sie antworten: Aber morgen geht das nicht! Morgen habe ich überhaupt keine Zeit! So kurzfristig kann ich das absolut nicht machen! Achten Sie auf Ihre Reaktion und werten Sie sie realistisch aus: Wenn Sie in diesem Moment keinerlei Lust und Energie verspüren, so dass sie für diese Aufgabe andere Verpflichtungen am liebsten sofort absagen und die ganze Sache sofort mit Begeisterung anpacken und am liebsten gleich loslegen wollen – dann werden Sie voraussichtlich auch im nächsten Juli und in der Zukunft nicht die geringste Lust haben, das Ganze zu tun.

Bedenkzeit nehmen

Wenn Sie beim nächsten Mal jemand fragt, ob Sie eine Sache tun wollen, reflektieren Sie einen Moment innerlich. Eine Bedenkzeit gibt Ihnen die Möglichkeit, die Situation in Ruhe zu analysieren. Fragen Sie sich, ob Sie bereit wären, diese Aufgabe sofort oder morgen gleich zu tun. Lautet Ihre Antwort auf diese Fragen Nein oder Sie merken, dass Sie zögern – dann tun Sie es besser nicht. Sprechen Sie ein klares Nein aus. Oder falls Ihnen ein deutliches Nein schwerfällt, so wie vielen Menschen, sagen Sie: „Leider muss ich Nein sagen, aber wenn sich etwas ändert, melde ich mich bei Ihnen.“

Ja oder Nein im Vorfeld reflektieren

Möchten Sie mehr Ja zu sich selbst sagen oder hätten Sie gerne Rückendeckung zum Nein-Sagen? Ein Coaching kann Sie dabei wirkungsvoll unterstützen. Haben Sie Fragen dazu? Oder möchten Sie ein individuelles Thema besprechen? Senden Sie mir eine E-Mail und vereinbaren Sie einen Termin für ein kostenloses Erstgespräch:  coach@gina-nauen.de

Selbst- und Zeitmanagement im digitalen Zeitalter

Workshop und Einzelcoaching von 42trainings* und Vitamin11 Marketing

Parallele Projekte und Tasks, kurzfristige Deadlines und ungeduldige Chefs, Kunden und Kollegen … Der Berufsalltag vieler Menschen gleicht einem Drahtseilakt. Gibt es überhaupt einen Ausweg aus der Stressfalle? Allgemeine Ratschläge nützen hier meist wenig. Der Workshop „Selbst- und Zeitmanagement“ und das anschließende Coaching von 42trainings*, der neuen Division der Münchner Kommunikationsagentur 42ponies*, begleiten jeden einzelnen Teilnehmer ganz persönlich dabei, eine funktionierende Strategie zu entwickeln. Zielgruppe sind Fach- und Führungskräfte, Mitarbeiter sowie Selbstständige, Freiberufler und Kreative. Das Konzept ist sowohl als Inhouse-Training als auch als offenes Training bei den 42ponies* möglich.

Hinter dem neuen Trainingskonzept stehen Gina Nauen (Vitamin11) und Bettina Nissum (42ponies*), beides erfahrene zertifizierte Coaches (dvct) und langjährige Kommunikationsexpertinnen. Sie haben in ihrem Alltag alle Tools selbst erprobt und präsentieren nur wirklich praktikable Ansätze. Ihre Zeitmanagement-Techniken, Checklisten und Tools zum Selbstmanagement sind nach maximaler Effizienz und Praxistauglichkeit gewählt.

Umsetzung mit Coaching sichern

Kaum einer, der heute nicht von den täglichen Anforderungen und Aufgaben überlastet ist. Die Unterscheidung zwischen „wichtig“ und „dringend“ fällt schwer, vor allem, wenn die Ziele und Werte nicht geklärt sind. Kurzfristige Kurse oder Bücher helfen an dieser Stelle oft nicht weiter, weil sie die individuelle Situation nicht berücksichtigen und keine langfristige Veränderung bewirken. Neu Gelerntes im Alltag umzusetzen, ist auch nicht leicht. Deshalb werden die Teilnehmer bei 42trainings* mit ihren Erkenntnissen nicht allein gelassen und beim Etablieren ihrer persönlichen Zeitmanagement-Strategie begleitet.

Effektives Zeitmanagement

Zunächst aber geht es in einem halben Tag Gruppenarbeit darum, die eigenen Störfaktoren und Verbesserungspotenziale für effektives Zeit- und Selbstmanagement im digitalen Zeitalter aufzudecken. Die inneren Persönlichkeitsanteile werden identifiziert, die dazu führen, dass das eigene Zeitmanagement nicht funktioniert und Stress oder Konflikte mit anderen entstehen. Davon ausgehend setzen sich die Teilnehmer die Ziele für ihre persönliche Veränderung.
Individuelles Coaching

An den Workshop schließt sich das individuelle Coaching an, wahlweise über drei, sechs oder zwölf Monate. Gina Nauen und Bettina Nissum unterstützen jeden Einzelnen bei der Umsetzung seiner persönlichen Ziele im Alltag. Das Live-Coaching per Skype, Telefon oder Face-to-Face fördert die Motivation, die guten Vorsätze endlich wirklich umzusetzen und langfristig dranzubleiben.

Die Termine für die Inhouse-Trainings sind frei vereinbar.
Nähere Informationen zum Workshop mit Coaching:
www.42trainings.com

Bei Rückfragen:

Gina Nauen
Vitamin11 Marketingberatung
coaching@42trainings.com
09951 – 600 601

Bettina Nissum
42ponies GmbH
coaching@42trainings.com
089/21 54100 13

Website: www.42trainings.com

Mehr Fokus – bessere Ergebnisse

Wie fokussiert arbeiten Sie? Die meisten Menschen wissen intuitiv, dass es wichtig ist, konzentriert zu sein. Bei den vielen Ablenkungen im Alltag fällt es häufig schwer, bei einer Sache zu bleiben. Doch wirkliche gute Ergebnisse erreichen wir nur dann, wenn wir uns fokussieren. Verteilen wir unsere Aufmerksamkeit auf viele verschiedene Dinge, erreichen wir kleine und schrittweise Fortschritte. Doch erst wenn wir uns auf etwas fokussieren, schaffen wir große Ergebnisse.

Aufmerksamkeit ist nicht teilbar

Der Versuch, mit Multitasking mehr zu schaffen, hilft nicht dabei, produktiver zu sein und in kürzerer Zeit mehr Ergebnisse zu erreichen. Im Gegenteil: Wenn wir unsere Aufmerksamkeit auf unterschiedliche Aufgaben aufsplittern, verringert das unsere Effektivität und Produktivität.

Falls Sie daran zweifeln, versuchen Sie doch mal, eine E-Mail an den Redakteur eines Magazins zu schreiben und gleichzeitig mit einem Kunden zu telefonieren. Wahrscheinlich werden Sie es irgendwie hinkriegen. Allerdings wird bei beiden Aktivitäten die Qualität nicht optimal sein. Um eine Sache wirklich gut zu machen, bedarf es Ihrer vollen Aufmerksamkeit.

Wie erreichen Sie mehr Fokus?

1. Verfolgen Sie nur eine einzige Aufgabe zu ihrer Zeit.

2. Schalten Sie Ablenkungen aus.

3. Planen Sie jeden Tag Ihre Zeit. Wählen Sie jeden Tag die eine wichtigste Sache aus, die Sie erledigen wollen. Konzentrieren Sie sich nur darauf.

Allein die Anwendung dieser einfachen Regel wird Ihnen helfen, mehr Fokus in Ihrem Berufs- und Privatleben zu halten. Sie werden damit merklich bessere Ergebnisse erzielen.

 

 

 

 

Seminar: Energie- statt Zeitmanagement

Ständige Zeitnot, immer mehr Arbeit – gibt es da einen Ausweg? Wie kann ich meine Energie stärken und wie den Stress reduzieren?

Zeit- und Selbstmanagement ist dann erfolgreich, wenn es nicht allein eine Sammlung an Regeln bedeutet, sondern individuell an die eigene Person und ihre Arbeits- und Lebensbedingungen angepasst ist. Sie lernen das Modell der Energiebatterie kennen und erhalten praktische Anregungen, wie Sie Ihre Energiereserven wirksam aufladen können.

Die Dozentin ist zertifizierter Business Coach und Diplom Kauffrau und verfügt als selbstständige Marketingberaterin über hohe Kompetenz im Zeit- und Selbstmanagement.

Mi, 14. März 2018, 19.00 – 20.30 Uhr

Veranstaltungsort: VHS Landau, Raum 201

Kursgebühr: 9,00€

Dozentin: Gina Nauen, Dipl.-Kauffrau, Business Coach

Hier Klicken zur Anmeldung direkt bei der VHS Landau

Vom Aufschieben ins Tun kommen

  • Gina Nauen
  • 2. Oktober 2017

Wir alle kennen es: Wir wissen, dass wir mit einer Aufgabe beginnen sollten, können uns aber einfach nicht aufraffen. Schon wenn wir an die Aufgabe denken, setzt entweder eine Art Starre ein, die uns daran hindert anzufangen, oder wir spüren den Impuls: „…nur schnell mal etwas auf Facebook checken zu wollen“. Doch etwas später – nachdem wir viel zu lange Zeit im Internet verbracht haben – scheint es zu spät, um überhaupt anzufangen.

Prokrastination macht das Leben schwer

Das Phänomen, Aufgaben immer weiter aufzuschieben nennen Psychologen „Prokrastination“ – vom lateinischen „procrastinare“, was verschieben und vertagen bedeutet. Allerdings machen wir uns mit Aufschieberitis häufig das Leben schwer, weil wir uns damit selbst daran hindern, unser volles Potenzial zu leben. Wie können wir es uns leichter machen, ins Tun zu kommen?

Aufschieberitis überwinden

Gute Vorsätze haben wir alle: „Endlich mehr Sport treiben“, steht ganz oben auf der Liste. „Täglich meditieren“, gleich darunter. Und bei mir selbst gehört das Erledigen von Buchhaltung und Papierkram ebenfalls zu den Posten, die gern auf der Liste immer wieder unerledigt weitergeschoben werden.

Teufelskreis durchbrechen

Wie aber durchbricht man den Teufelskreis aus Verdrängung, Trägheit und Frust? Gibt es wirksame Tipps, damit das ewige Aufschieben sich nicht zum Problem auswächst? Ein Rat von Experten lautet: Beginne mit kleinen Schritten.

Wieso ist klein anfangen so sinnvoll? Der Grund liegt in unserem Gehirn: Bei großen Veränderungen erwacht unser sogenannter „Mandelkern“, der „Amygdala“ in unserem Gehirn. Dieser Teil aktiviert unseren Flucht- und Kampfreflex und versetzt die meisten Menschen bei zu großen Veränderungen in Panik. Kleine Schritte helfen also, unser Gehirn zu beruhigen und uns damit selber auszutricksen.

Kleine Schritte

Doch wie lässt sich das nun in den Alltag übertragen? Und welche Strategien gibt es, unser Gehirn zu überlisten? Eine Strategie besteht darin, zunächst nur zwei Minuten mit einer Aktivität zu verbringen. Denn wenn wir beginnen und nur wenige Minuten mit einer Sache verbringen, kommen wir häufig in Schwung. Es kommt also darauf an, überhaupt erst einmal anzufangen Denn wer anfängt, hat schon fast gewonnen.

Das Lästige gleich morgens erledigen

Eine wirksame Methode lautet: „Eat that frog first“. Das bedeutet, die Aufgabe, die am schwersten fällt oder am unangenehmsten ist, gleich morgens als erstes zu erledigen. Der Tag beginnt dann mit dem positiven Gefühl, die lästige Aufgabe bereits hinter sich gebracht zu haben.

Mini-To-do-Listen auslagern

Je länger die To-do-Liste, desto überwältigender wirkt die Flut der Aufgaben. Daher ist es meist effektiver, pro Tag eine bis zwei Aufgaben herauszugreifen – und diese auf jeden Fall zu erledigen. Die zwei wichtigsten To-dos zu erledigen, bevor die Hürde zu groß ist, reduziert die Komplexität und das Gefühl von Überforderung, das eine ellenlange Liste auslöst.

3 Tipps gegen Aufschieberitis

  1. Mach es einfach

Nicht auf den richtigen Moment warten, weil dieser vielleicht nie kommen wird. Einfach anfangen!

  1. Sofort anfangen

Die ersten 24 Stunden sind entscheidend. Wer länger wartet, verschiebt sein Vorhaben meistens auf unbestimmte Zeit

  1. Schwieriges zuerst!

Unangenehme Aufgaben gleich morgens als erstes erledigen. Und dann aufatmen!

Zeitmanagement

  • Gina Nauen
  • 30. August 2017

Die Zeit: Den meisten Menschen fehlt sie und wenn wir sie haben, dann haben wir selten genug davon. Deshalb ist es umso wichtiger, sie effektiv, gut und freudig zu gestalten. Wir wollen unsere Zeit nutzen – „carpe diem“ – heißt das Sprichwort. Und damit wir unsere Zeit nicht vergeuden, wurde das Zeitmanagement erfunden.

Was mich beim Zeitmanagement interessiert, ist besonders das, was jenseits von öden To-do-Listen passiert. Das sind die kleinen und großen Tipps, Tricks und Tools, die wirklich dazu beitragen, dass wir genügend Zeit zum Luftholen haben, während wir gleichzeitig erfolgreich sind. Dazu möchte ich Ihnen in meinem Blog wirkungsvolle und neue Methoden des Zeitmanagements vorstellen.

Als Coach steht für mich dabei auch die Frage der inneren Einstellung und der unterschiedlichen Herangehensweisen der individuellen Menschen im Vordergrund. Denn Zeitmanagement ist immer auch Sache der persönlichen Vorlieben und des Charakters. Das Thema Persönlichkeitsentwicklung werde ich daher auch im Zusammenhang mit der Zeit betrachten.

Schreiben Sie mir, was Sie sich zu den Themen „Persönlichkeitsentwicklung“ und „Zeitmanagement“ wünschen. Ich freue mich darauf und wünsche Ihnen eine wunderbare Zeit Ihres Lebens!