Dranbleiben: 8 Tipps, um einfacher durchzuhalten

Gina Nauen Business Coaching

Einleitung

Möchtest du wissen, wie du dauerhaft besser durchhalten kannst? Wie du deine Vorsätze umsetzt und leichter dranbleibst, ohne mehr Disziplin und Verbissenheit zu brauchen? Hier geht es um Dranbleiben mit 8 Tipps, um einfacher durchzuhalten.

Vor einigen Jahren hatte ich das Gefühl, dass mich meine Projekte komplett überwältigen. Es wurde einfach zu viel, ich hatte keine Freizeit mehr, Sport war nur noch ein guter Vorsatz, und mein Kopf war ständig im Arbeitsmodus.

Seitdem habe ich mich intensiv mit Zeit- und Selbstmanagement beschäftigt und gebe dieses Wissen in Coachings und Seminaren weiter. Denn die Erkenntnisse daraus waren für mich ein echter Wendepunkt. Denn durch die konsequente Anwendung von Methoden wie Pareto-Prinzip, Eisenhower-Methode und Timeboxing habe ich mein Zeitmanagement komplett neu strukturiert: Zero Inbox statt ständig überquellender E-Mails-Postfächer, Pausen und Mini-Urlaube einlegen, statt mich stur durchzuarbeiten, und vor allem konkrete Ziele im Rahmen der 12-Wochen-Methode zu setzen.

Die 12-Wochen-Methode war dabei nochmal ein Upgrade. Denn im Rahmen dieser Idee teilt man das Jahr in 4 Quartale á 12 Wochen auf und legt dafür jeweils sehr konkret seine Ziele fest. So hat man einen sehr klaren Plan, wie man seine Ziele Schritt für Schritt angehen sollte. Dazu gehört auch, die Fortschritte zu messen – also in einer schriftlichen Liste genau zu tracken, wie die Zielerreichung täglich vorangeht.

Zeitweise hatte ich mich dazu einer wöchentlichen Gruppe angeschlossen, in der wir uns getroffen haben, um unsere Zielerreichung miteinander abzugleichen. Dieses Accountability-Meeting war wie ein kleiner Anker in meinem Kalender. Ich wusste: Da sind Menschen, die erwarten, dass ich auftauche.

Diese Erfahrung hat mir gezeigt: Dranbleiben ist keine Frage von „mehr Disziplin“, sondern eine Frage von System, Struktur – und den richtigen kleinen Gewohnheiten.

Und genau diese möchte ich mit dir teilen.

Du musst einfach dranbleiben

Wir hören es ständig: „Du musst nur einfach dranbleiben.“

Sportler, Unternehmer und Coaches sagen es, und in motivierenden Insta-Postings lesen wir es … Und tatsächlich haben sie auch Recht: Denn Dranbleiben ist der rote Faden hinter jedem großen Erfolg.

Allerdings sagt einem meist keiner, wie man das eigentlich macht.

Und mal ehrlich: „Bleib einfach dran“ ist gut gesagt, doch im Leben passiert vieles ungeplant, es kommt etwas dazwischen – und dann fühlt sich Dranbleiben nicht mehr so einfach an. Hinzu kommt, dass sich nach einer anfänglichen Euphorie oft die Motivation verflüchtigt und auch die Disziplin schwankt … und schon bist du raus aus der Spur.

Ich habe viele Bücher gelesen, Workshops besucht, ausprobiert und reflektiert, wie man verlässlich bei einer Sache bleibt. Aus diesen Überlegungen sind acht Strategien entstanden, die dir helfen, nicht nur kurz motiviert zu sein, sondern langfristig wirklich dranzubleiben.

1. Mit Plan zum Erfolg

Einer der größten Hebel im Zeit- und Selbstmanagement: Schreibe dir deine Aufgaben auf. Eine To-do-Liste bringt sofort Struktur in den Kopf. Du weißt, was ansteht, kannst Prioritäten setzen und die Aufgaben über den Tag verteilen. Das sorgt nicht nur dafür, dass du mehr erledigst – du gewinnst auch bewusst Zeit für deine Hobbys oder dein Training.

Mache dir einen Plan für deine neuen Ziele, an denen du dranbleiben willst. Schreib dir auf, wann und wo du es machen willst und blocke dir Zeiten im Kalender. Dieser Reality-Check zeigt dir überhaupt, wie viel Zeit du zur Verfügung hast und wie du es realistisch in deinen neuen Alltag einbauen kannst.

Dieses Prinzip gilt auch für neue Ziele wie beispielsweise den Sport: Mit einem festen Plan gehst du viel klarer ins Training. Statt erst vor Ort zu überlegen, welche Übung du jetzt machen sollst, weißt du bereits genau, was dran ist. Das spart Zeit, macht dein Training effizienter und nimmt dir Ausreden. Noch wirkungsvoller wird’s, wenn du feste Trainingstage einplanst. So wird Sport nicht länger eine „Option“, sondern ein fester Bestandteil deiner Woche.

2. Baue neue Routinen langsam auf

Neue Gewohnheiten sind wie Muskeln: Wenn du sie überforderst, reißen sie eher, als dass sie wachsen.

Viele starten zu hart: Wenn du nie Sport gemacht hast und dann direkt mit einer Stunde täglich startest, wirst du es schwer durchhalten. Oder wenn du vom 8-Uhr-Aufstehen plötzlich auf 5 Uhr umschalten willst. Das brennt dich aus, bevor es zur Routine werden kann.

Beginne mit kleinen Schritten, sie dürfen ruhig am Anfang sehr klein sein. Egal, ob du mit Sport, Meditation, Schreiben oder etwas anderem beginnen willst – beginne mit wenigen Minuten und steigere dich langsam.

Progressive Steigerung:

  • Erste Woche: 5 Minuten
  • Zweite Woche: 15 Minuten
  • Dritte Woche: 20 Minuten – und so weiter.

So gewöhnst du dich langsam an die neue Routine und hast kleine Erfolgserlebnisse, ohne dich zu überfordern.

Und noch ein Tipp: Ändere nur eine große Sache gleichzeitig. Sonst zersplittert sich deine Energie.

3. Der Morgen ist dein Freund

Unsere Energie und unsere Willenskraft sind begrenzt. Beide sind morgens am größten und schwinden im Laufe des Tages.

Am Morgen ist dein Kopf noch frisch, die Welt ist (meist) ruhiger, und die Wahrscheinlichkeit, dass dir etwas dazwischenkommt, ist viel kleiner.

Deshalb gilt: Erledige Wichtiges so früh wie möglich. Die Betonung liegt hier auf „Wichtiges“ – also es geht nicht um das Abarbeiten von E-Mails, sondern um die Dinge, die für dich entscheidend sind. Es gelingt zum Beispiel vielen Menschen besser, eine Sportroutine am Morgen durchzuhalten, statt abends den Sport einzuplanen.

4. Commitment mit anderen – der unterschätzte Turbo

Dranbleiben fühlt sich manchmal einsam an. Die meisten Leute in deinem Umfeld haben andere Ziele oder verstehen deinen Weg nicht.

Ein Accountability-Partner, ein Buddy oder Peer (oder eine kleine Gruppe) kann da Gold wert sein.

Es reicht schon ein Chat, in den ihr nur „Erledigt!“ schreibt, wenn ihr eure Tagesaufgabe abgehakt habt. Bei mir wirkt allein der Gedanke: „Ich will nicht die Einzige sein, die heute nichts gepostet hat.“

Ein anderes Beispiel: Wir haben eine Arbeitsgruppe mit Kolleginnen, in der wir uns jeden Morgen treffen und committen, welche Prioritäten wir an einem Tag setzen. An manchen Tagen verabreden wir uns auch zum virtuellen Co-Working, bei dem jeder an seinen Projekten arbeitet. Dabei arbeitet jeder parallel mit eingeschaltetem Bildschirm. Das Wissen, dass die anderen ebenfalls am Arbeiten sind, wirkt motivierend und beflügelt die Arbeit.

5. Mach es jeden Tag

Es ist einfacher, etwas jeden Tag zu tun, als nur ab und zu. Warum? Weil das tägliche Tun zu einer Gewohnheit wird. Es ist dann keine Entscheidung mehr, sondern ein Teil deiner Identität.

Stell dir vor, du machst jeden Tag 15 Minuten Yoga. Das ist planbar, es gehört einfach dazu. Wenn du stattdessen nur „drei Tage pro Woche“ einplanst, musst du ständig abwägen: „Mache ich es heute oder morgen? Ach, heute geht nicht …“ – und genau da geht es oft schief.

Ich merke das selbst beim Spaziergang mit meinen Hunden: Früher bin ich nur draußen gewesen, wenn ich mich „so gefühlt“ habe. Heute gehe ich täglich morgens, mittags und abends. Dadurch ist meine Fitness wesentlich besser geworden.

Täglich bedeutet: kein inneres Abwägen und Verhandeln, sondern eine klare Linie.

6. Vorsicht vor Unterbrechungen

Wenn du eine neue Gewohnheit wirklich etablieren willst, ist Regelmäßigkeit entscheidend. Jeder Unterbruch schwächt deine Routine – und je länger die Pause, desto schwerer fällt der Wiedereinstieg.

Ich habe das selbst erlebt: angefangenes Buchmanuskript, ein halbfertiges Gemälde, ein Strickpullover oder auch sportliche Routinen – sobald ich mehrere Tage am Stück ausgesetzt habe, war es unglaublich schwer, die alte Energie wiederzufinden.

Auch Studien zeigen: Wenn du eine neue Handlung eine Woche lang auslässt, sinkt die Wahrscheinlichkeit stark, dass du sie danach wieder erfolgreich aufnimmst. Ein einziger ausgelassener Tag hingegen ist unproblematisch – solange du am nächsten Tag sofort weitermachst.

Darum gilt: Einmal aussetzen ist okay, zweimal in Folge bringt deinen Vorsatz ins Wanken.

Und wenn du mal wirklich keine Kraft hast? Dann mach das Minimum. Zwei Liegestütze. Eine Seite lesen. Drei Minuten meditieren. Es ist besser, etwas halbherzig oder in Mini-Version zu tun, als gar nichts. Denn so bleibt deine Kette intakt – und du beweist dir selbst: Ich bin dran geblieben.

7. Tracke den Fortschritt

Die schriftliche Dokumentation unserer Fortschritte begünstigt den Erfolg unserer Veränderung. Die einfachste Form ist, auf einem Kalender jeden Tag abzuhaken oder einzutragen, wann und wie viel du für deinen Vorsatz aktiv warst.

Ein Erfolgsjournal ist wie ein kleines Schatzbuch, egal ob digital oder auf Papier. Darin hältst du fest, was bereits gut läuft: Du trackst deine Fortschritte, kleine Siege, Momente, in denen du dir selbst treu geblieben bist. Statt auf das zu starren, was noch fehlt, dokumentierst du die Beweise, dass du schon längst auf dem richtigen Weg bist.

Die meisten von uns verbringen 99 % des Tages erfolgreich: Wir stehen auf, erledigen unsere Aufgaben, meistern Hürden, kümmern uns um andere und gehen trotzdem unseren Zielen nach. Aber unser Fokus hängt sich gern am einen Prozent auf, das nicht geklappt hat. Und genau da setzt das Erfolgsjournal an: Es lenkt deinen Blick auf das, was funktioniert.

Mach dir zur Gewohnheit, regelmäßig deine Erfolge und Fortschritte bewusst aufzuschreiben. Allein dieser kleine Perspektivwechsel verändert dein Mindset, stärkt dein Vertrauen in dich und macht deutlich: Der Tag, an dem du deine Ziele erreichst, ist keine Frage des Ob, sondern des Wann.

Und du wirst staunen, welche Langzeitwirkung dieses einfache Tool beim Dranbleiben und im Zeit- und Selbstmanagement entfaltet.

8. Keine Vergleiche

Es ist verlockend, den eigenen Stand mit anderen zu vergleichen – aber das lenkt ab.

Wichtiger als wo du gerade stehst, ist die Richtung, in die du dich bewegst. Selbst wenn du heute langsamer bist als jemand anderes: Wenn dein Trend nach oben zeigt, wirst du den anderen langfristig überholen.

Der positive Trend entsteht durch tägliche kleine Handlungen. Und du bist die Person, die es in der Hand hat, sie zu machen.

Fazit: Immer wieder anfangen

Dranbleiben ist kein Perfektionismus. Es geht darum, immer wieder aufzutauchen. Es immer wieder zu tun, auch wenn es unbequem ist.

Dranbleiben heißt: immer wieder anzufangen.

Im Leben genauso wie im Zeit- und Selbstmanagement.

  • Mach weiter, auch wenn dein Leben mal chaotisch ist.
  • Mach weiter, auch wenn niemand zuschaut.
  • Mach weiter, auch wenn du keine Lust hast.

Denn am Ende gewinnt immer die Person, die einfach immer wieder anfängt.

Dein nächster Schritt

Jetzt bist du dran: Such dir eine der Strategien aus und setze sie direkt heute um. Nicht morgen, nicht nächste Woche, sondern heute. Schon der erste kleine Schritt macht den Unterschied.

👉 Und wenn du merkst, dass du beim Dranbleiben Unterstützung brauchst – lass uns reden! In einem kostenlosen Kennenlerngespräch schauen wir gemeinsam, wo du gerade stehst und wie du mit klarem Zeit- und Selbstmanagement deine Ziele leichter erreichst.

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