Wie achtsames Lasagne-Essen glücklicher macht

Herzlichen Dank an Susanne Lindenthal, Ernährungsberaterin und TCM-Expertin, die zu einer

Blogparade „Das Lasagne-Konzept: Deine fabelhafte Geschichte zu Lasagne“

eingeladen und mich zu diesem Artikel inspiriert hat.


Schneller heißt nicht immer besser

Hast du auch schon mal einen Teller Nudeln in dich hineingeschaufelt und warst hinterher überrascht, wie schnell der Teller leer war? Mir ist das tatsächlich neulich passiert. Das Essen war vorbei, ohne dass ich es gemerkt hatte. Der Teller war leer. Ich war voll. Doch ich fühlte mich matt, anstatt energiegeladen und zufrieden.

Schnell essen. Schnell leben. Mein Lebenstempo ist auf der Überholspur – ich bin meistens schnell unterwegs und verzehre deshalb auch mein Essen im Eiltempo. Ich mag mein Leben in dieser Geschwindigkeit. Doch beim Essen tut Eile nicht gut. Eine Mahlzeit soll Genuss und Energie bringen. Und dafür braucht es Achtsamkeit.

Wenn das Essen nebenbei passiert, versäumen wir etwas
Wie wir essen, ist ein Spiegel unseres Alltagslebens. Wenn der Alltag so schnell an uns vorbeirast, dass alles nur noch mit Routine abläuft, dann haben wir auf Autopilot geschaltet. Wir tun jeden Tag dasselbe – ohne darüber nachzudenken. Das gilt auch für das Essen, das wir nebenbei in uns hineinstopfen, ohne es wirklich zu beachten. Einerseits entlastet uns das. Doch andererseits versäumen wir etwas. Und das ist wirklich schade. Denn wir sind umso glücklicher, je mehr Abwechslung wir in unserem Alltag erleben. Je bewusster wir den Moment erleben. Und je achtsamer wir jeden einzelnen Augenblick auskosten.

Unsere Sinne schulen
Unsere Sinne – Sehen, Hören, Fühlen, Schmecken und Riechen – sind dabei unsere stärksten Verbündeten. Durch unsere Sinne erfahren wir die Welt. Wollen wir also unsere Sinne mal wieder richtig bewusst einsetzen, wenn wir ein leckeres Essen auf dem Tisch haben?

Genuss üben mit Lasagne
Die gute Nachricht: Nudeln schnell herunterschlingen – mit Lasagne kann das zum Glück nicht passieren! Denn Lasagne ist anders. Sie kommt superheiß und dampfend auf den Tisch. Und so lädt sie nicht nur zum Abwarten und zur Vorsicht ein, sondern macht durch ihren Auftritt klar, wie wichtig es ist, dass wir ihr mit achtsamer Aufmerksamkeit begegnen. Und sie zunächst vorsichtig pustend, dann ganz mit Respekt vor ihrer Hitze, häppchenweise schmecken und genießen.

Ein Experiment
„Mach mal eine Kleinigkeit anders, bei deinem nächsten Nudelessen“, beschloss ich also. Und dachte auch tatsächlich daran, als ich bei „La bella vita“, meinem Lieblingsitaliener, eine Lasagne bestellte, ganz in dem Wissen dass sie hier ganz nach meinem Gusto sein wird, heiß und cremig, sanft auf der Zunge und doch kräftig im Geschmack.

Dem Essen achtsam begegnen
Und da ist sie nun, meine herrliche Lasagne – dampfend und duftend steht sie vor mir, in ihrer viereckigen Auflaufform. Doch nun mache ich etwas anders: Bevor ich den ersten Bissen zu mir nehme, denke ich daran, dass ich ihr wirkliche Aufmerksamkeit widme. Ich halte einen Moment inne und schaue sie mir an. Nehme wahr, was ich sehe.

Etwas hügelig sieht sie aus mit ihrem Rand, der ein wenig tomatenrot leuchtet. Mit der gelben Schicht oben und kleinen Stellen in knusprigem Braun oder Beige. Es dauert nur wenige Sekunden und ich merke schon, wie die Vorfreude steigt.

Mit allen Sinnen genießen
Dann konzentriere ich mich auf den Geruchssinn. Nehme den Duft wahr, der von dem zerschmolzenen Käse, den Tomaten und Nudeln aufsteigt. Schnuppere und merke einen Moment, was für eine einzigartige Mischung vor mir auf dem Tisch steht.

Düfte beeinflussen unsere Stimmung
Gerüche lösen häufig intensive Gefühle und Erinnerungen bei uns aus. Zum Beispiel erinnert der Duft von Vanille mich an die Kindheit, weil ich als Kind immer mit meiner Mutter Kekse gebacken habe… oder der Duft nach Veilchen – weil meine Oma so gut danach gerochen hat… Beschäftigen wir uns mit Gerüchen, so gehen wir immer auch auf eine Reise durch unser Leben. Düfte bringen uns zum Träumen und beeinflussen unsere Stimmung. Der Geruchssinn führt uns in unser Innerstes.

Wer mit offenen Sinnen durchs Leben geht, dem eröffnen sich Wunder über Wunder.
(Ernst Ferstl)

Geruchssinn weckt Erinnerungen
Und wie duftet sie nun, die Lasagne, die da auf dem Tisch steht? Leicht süß-säuerlich mit dem Geruch von Tomaten. Mit einer kräftigen Nuance von Parmesan. Und da ist er auch, der leichte Hauch von Basilikum, der mich an meinen letzten Italienurlaub erinnert.

Mit allen Sinnen schmecken
Jetzt möchte ich aber endlich essen, meldet sich die Ungeduld! So freue ich mich, dass ich den ersten Bissen von meiner köstlichen Lasagne genießen kann. Und während ich den Bissen auf der Zunge zergehen lasse, erfreue ich mich an dem vielschichtigen Geschmackserlebnis.

Wir nehmen viel mehr wahr als nur den Geschmack
Das Spannende ist ja, dass wir beim Essen viel mehr wahrnehmen können als nur den Geschmack an sich! Ein Geschmackserlebnis soll sich vor allen auch gut anfühlen. Eine Praline muss zart schmelzend und cremig auf der Zunge zergehen. Ein Schluck Prosecco muss prickeln. Ein Löffel Meerrettich soll brennend scharf sein. Und die Lasagne? Auch sie hält verschiedene Nuancen für uns bereit: Mit ihrer cremigen Käseschicht, ihren weichen oder festen Nudelstückchen und der Füllung, die je nach Innerem fest oder sogar bissfest sein kann.

Neue Erfahrungen machen
Mit diesem Genuss der Lasagne, den wir hier wie ein Restauranttester zelebrieren, können wir uns selbst Erfahrungen schenken, an deren Existenz wir niemals gedacht hätten. Denn jeder Sinn hält Abenteuer für uns bereit, schenkt unserem Leben Farbe, Freude und Vielfalt. So entdecken wir ganz neue Erlebnisse, mit denen wir aus der Routine herauskommen. Diese kleinen Erlebnisse geben uns Kraft der Achtsamkeit und machen uns zufriedener im Alltag.

Und so ist meine achtsam genossene Lasagne der Auftakt für mehr Achtsamkeit beim Essen – nicht nur bei Lasagne, Nudeln und Pizza – sondern beim Essen an sich.

Probierst du es bei deiner nächsten Lasagne auch mal aus?

Vielleicht möchtest du es ausprobieren und bei deiner nächsten Lasagne auch einmal auf deine Wahrnehmung achten. Wie war es?

Hast du deine Lasagne mit allen Sinnen genossen?

Woran erinnerst du dich am liebsten?

Hmmm…..

 

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